DAS WESTERNREITEN

Seinen Ursprung hat das Westernreiten im „Wilden Westen“ Amerikas. Über die weiten Gebiete des amerikanischen Westens erstreckten sich ursprünglich endlose Prärien.
Über dieses Grasland zogen vor der Besiedlung durch die europäischen Einwanderer Millionen von Bisons. Ende des vorigen Jahrhunderts waren sie fast ausgerottet. An ihrer Stelle ernährte das Land nun die Fleischrinder der Rancher, die sich dort niedergelassen hatten. Um die weiten Wege absolvieren zu können, aber auch, um das Vieh kontrollieren, betreuen und versorgen zu können, war das Pferd als Fortbewegungsmittel unentbehrlich.
Der Cowboy stellte dafür besondere Anforderungen an sein Pferd. Nervenstärke, Trittsicherheit im Gelände sowie Schnelligkeit bzw. gutes Sprintvermögen, um mit einem davon stürmenden Rind Schritt halten zu können waren Eigenschaften, die ein Cowboy von seinem Partner Pferd erwartete. In heiklen Situationen musste es ruhig bleiben, also war ein ausgewogenes Temperament gewünscht. Kurz: Ein gutes Pferd erleichterte dem Cowboy seine harte Arbeit .
Viele dieser ursprünglichen Bewertungskriterien für ein gutes Ranchpferd werden auch heute noch in der Westernpferdezucht und im Westernreitsport berücksichtigt. Auch die Reitweise der Cowboys musste zweckdienlich sein. Wesentliches Merkmal des Westernreitstils ist der Impuls-Befehl: Ein kurzes Signal musste reichen, um dem Pferd einen Befehl zu erteilen. Denn die Konzentration des Reiters galt seiner eigentlichen Arbeit und nicht der „Reitkunst“ – also minimale Hilfengebung auf der Basis eines wohlerzogenen und disziplinierten Pferdes, das zur Mitarbeit animiert wird.
Nähere Informationen zum Turniersport Westernreiten.

ANDERES AUSBILDUNGSZIEL ALS BEIM „KLASSISCHEM” REITEN

Aus dem Ursprung der Westernreiterei ergibt sich daher auch das Ausbildungsziel eines Westernpferdes. Das fertig ausgebildete Westernpferd ist vorrangig ein Arbeitspferd, welches durch die Ausbildung zu einem selbständigen Mitarbeiter des Reiters erzogen wird. Es soll mit einem Minimum an Hilfen seitens des Reiters auskommen und trotzdem jederzeit der absoluten Kontrolle des Reiters unterliegen. Das Westernreiten basiert konsequent auf Elementen und Übungen, die das Pferd in seinen natürlichen Bewegungen bereits grundsätzlich kennt und beherrscht.

EINHÄNDIGE ZÜGELFÜHRUNG IST EIN MERKMAL

Aus diesen Forderungen resultiert beim Westernreiten das Reiten am angemessen losen Zügel sowie die einhändige Zügelführung auf Kandare beim fertig ausgebildeten Pferd. Auch der angestrebte losgelassene Gleichgewichtssitz des Reiters, der Kreuz und Schenkel nur bei Bedarf einsetzt und sich ansonsten eher tragen lässt, ist typisch für das Westernreiten.

Zu Beginn der Ausbildung wird das Pferd mit Trense und beidhändiger Zügelführung angeritten und erst dann in der fortgeschrittenen Ausbildungphase auf die einhändige Zügelführung im Bit umgestellt.

Ranch-Riding
2Ranch-Riding

WESTERNREITSPORT DISZIPLINEN EWU

TRAIL

In dieser Geschicklichkeits-Prüfung müssen die Pferde mindestens sechs Hindernisse bewältigen. Beim Trail sind Nervenstärke, Vertrauen vom Reiter ins Pferd sowie auch das Vertrauen des Pferdes in den Reiter gefordert. Der Reiter muss zum Beispiel ein Tor öffnen und so durchreiten, dass eine Herde imaginärer Rinder auch nicht die geringste Gelegenheit hätte, ebenfalls das offene Tor passieren zu können. Ein anderes Hindernis ist die Brücke, die von dem Pferd vorsichtig, aber bereitwillig überquert werden soll. Auch müssen am Boden liegende Stangen, die man sich als Unterholz im Wald vorstellen kann, ohne Berühren in den verschiedenen Gangarten überschritten werden. Eine andere Übung ist das Rückwärtsrichten des Pferdes durch ein enges Stangen-L oder Stangen-U.

Das gute Trailpferd soll sich unerschrocken und überlegt jedem noch so seltsamen Hindernis nähern, es prüfen und dann ohne Verzögerung bewältigen.

 

WESTERN HORSEMANSHIP

Bei der Horsemanship stehen die Leistungen des Reiters im Vordergrund. Zur Bewertung kommen unter anderem die Hilfengebung und die Haltung des Reiters während der einzelnen Lektionen. Die verlangte Einzelaufgabe muss sehr exakt ausgeführt werden, was auch eine enorme Kontrolle des Pferdes voraussetzt. Es sind keine spektakulären, dafür aber penibel nachzureitende Manöver, die verlangt werden.

Optional können die Richter  einen zweiten Teil hinzufügen, die sogenannte  Railwork. Die Railwork ähnelt dem Ablauf einer Western Pleasure, die noch zu 20 Prozent in die Wertung einfließen kann. Inzwischen wird die Railwork nur noch sehr selten in einer Horsemanship abgefragt.

WESTERN PLEASURE

Ein gut ausgebildetes Western Pleasure Pferd geht ruhig und gelassen am losen Zügel und ist aufmerksam gegenüber seinem Reiter und mit feinen Hilfen zu regulieren. Es soll, wie schon der Name der Prüfung sagt, seinem Reiter Freude bereiten.

In der Prüfung werden die drei Gundgangarten, die Bewegungsqualität und die Gesamterscheinung des Pferdes beurteilt.

Die Pferde werden in einer Gruppe in der Bahn vorgestellt, wobei schnellere Pferde innen überholen dürfen. Positiv bewertet werden Pferde, die am angemessen losen Zügel mit einer, ihrem Exterieur entsprechenden entspannten Kopf- und Halshaltung,  flüssig und leichtfüßig vorwärts gehen. Das Pferd soll sich in allen Gangarten ruhig, aber mit untertretender Hinterhand sowie taktrein und gleichmäßig bewegen. Es soll einen freundlichen und willigen Eindruck machen.

Am Ende der Prüfung wird das Rückwärtsrichten verlangt, auch hierbei soll das Pferd mit minimalen Hilfen flüssig und gerade rückwärts treten.

Quelle: Die Westernreitlehre / FNverlag

RANCH RIDING

Das Ziel der Disziplin Ranch Riding ist es, ein willig an den Hilfen stehendes Pferd zu präsentieren, welches auch in höheren Gangarten leicht zu kontrollieren ist.

So werden neben extended Trot und Lope auch andere Pflichtmanöver, wie Side-Pass, Galoppwechsel und das Überreiten von Stangen gefordert, um die Vielseitigkeit und Rittigkeit eines guten Ranch Pferdes herauszustellen. Eine leichte Zügelverbindung ist dabei gewünscht.

SHOWMANSHIP AT HALTER

Bei der Showmanship at Halter wird das Pferd an der Hand den Richtern vorgeführt. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Fähigkeit des Vorstellers das Pferd angemessen und willig zu präsentieren. Durch minimale Hilfengebung soll das Pferd auf seinen „Reiter“ reagieren.

Neben der korrekten Aufstellung des Pferdes und der genauen Absolvierung der Aufgabe gehört auch der Pflegezustand von Pferd, Ausrüstung und Kleidung des „Reiters“ zu den Bewertungskriterien.

WESTERN RIDING

Bei der Western Riding sind vor allem zahlreiche fliegende Galoppwechsel auf den Punkt genau zu absolvieren. Sie gehört zu den anspruchvollsten Disziplinen. Eine Western Riding bedeutet die Vorstellung eines sensiblen, losgelassenen und mühelos bewegenden Pferdes.

Pluspunkte werden vergeben für weiche, taktreine Gänge bei gleichbleibendem Tempo während der gesamten Aufgabe.

REINING

In der Reining wird ein sorgsam ausgebildetes Pferd verlangt, welches rasante Manöver wie die Sliding Stops (gleitende Vollbremsung auf der Hinterhand aus dem vollen Galopp), Spins (schnelle 360-Grad-Drehungen) und Roll-Backs (180-Grad-Wendungen auf der Hinterhand) willig ausführt. Die einzelnen Elemente der Reining sind Aufgaben, die das Pferd ursprünglich bei der Arbeit mit Rindern beherrschen musste.

Reining ist die einzige Westernreitdisziplin, die von der Internationalen Reitervereinigung FEI anerkannt ist.

SUPERHORSE

Die Prüfung enthält Elemente aus den vier Disziplinen Reining, Ranch Riding, Trail und Western Riding. In dieser Disziplin sind vor allem sehr vielseitige Pferde gefragt, sogenannte Allrounder. Um in dieser Disziplin starten zu dürfen müssen die Pferde mindestens 7 Jahre alt sein.

Die Superhorse wird exklusiv von der EWU auf Turnieren angeboten.

HORSE & DOG TRAIL

Diese Rinder-Disziplin besteht aus zwei Teilen: Zuerst muss eine Reining-Aufgabe geritten werden, die sogenannte „Dry Work“. Anschließend wird zur „Fence Work“ ein Rind in die Bahn gelassen, das von Pferd und Reiter kontrolliert werden muss.

Der Reiter musst das Rind zuerst an der kurzen Seite der Bahn  kontrollieren und es dann an der langen Seite mindestens ein Mal in jede Richtung gegen die Bande wenden. Zum Schluss muss der Reiter das Rind zu je einem Zirkel links- und rechtsherum dirigieren.

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WORKING COWHORSE

Diese Rinder-Disziplin besteht aus zwei Teilen: Zuerst muss eine Reining-Aufgabe geritten werden, die sogenannte „Dry Work“. Anschließend wird zur „Fence Work“ ein Rind in die Bahn gelassen, das von Pferd und Reiter kontrolliert werden muss.

Der Reiter muss zunächst das Rind an der kurzen Seite der Bahn kontrollieren und es dann an der langen Seite mindestens ein Mal in jede Richtung gegen die Bande zu wenden. Zum Schluss muss der Reiter das Rind zu je einem Zirkel links- und rechtsherum dirigieren.

Weiterhin kann diese Prüfung auch als Breitensportwettbewerb ausgeschrieben werden.

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DIE PFERDERASSEN

DER APPALOOSA

Prägnantestes Merkmal dieser Rasse ist die aufällige Zeichnung dieser Pferde. Neben der Grundfarbe, besitzen viele dieser Pferde weiße oder dunkle Flecken, auch Pattern oder Spots genannt. Diese können sich bloß auf einen kleinen Bereich beziehen (z.B. auf der Hüfte), aber auch den gesamten Körper des Pferdes bedecken.

Man geht davon aus, dass der Appaloosa seinen Ursprung in Spanien hatte. Durch die Entdecker der „Neuen Welt“ (heute Nordamerika) gelangte die bunte Pferderasse nach Nordamerika, wo sie sich mit den wilden Mustangs vermehrten. Der Appaloosa gilt als DAS Indianerpferd.

Neben dem Quarter Horse und dem Paint Horse, zählt der Appaloosa zu den beliebtesten Pferderassen im Westernreitsport.

 

DAS QUARTER HORSE

Das Quarter Horse ist nicht nur das beliebteste Pferd im Westernreitsport, sondern auch mit fast 3 Millionen Pferden, die weltweit meist verbreitete Pferderasse überhaupt.

Diese Pferde wurden zunächst von den Cowboys sehr geschätzt, da sie ausdauernd, schnell und wendig sind und sich daher ideal für den Viehtrieb und die Rancharbeit eignen. Als man dann festgestellt hat, dass sie einen sehr guten Antritt haben, aufgrund der gut bemuskelten Hinterhand, hat man vermehrt begonnen die Quarter- mit der Rennpferdezucht zu vereinen.

Inzwischen sind Quarter auch im Reitsport aktiv. Mit den verschiedenen Züchtungen haben sie ganz unterschiedliche Talente und Wesen. So ist ein typisches Pferd für die Pleasureklasse eher groß gebaut mit langen, raumgreifenden Schritten, wohingegen ein Cutting- oder Cowhorsepferd flott und agil sein muss.

 

DAS PAINT HORSE

Die Paints unterscheiden sich, abgesehen von ihrer Zeichnung, kaum von den Quartern und haben sogar ihren Ursprung bei ihnen.

Bei ihnen gibt es neben den Züchtungen für verschiedene Disziplinen ebenfalls eine Klasse der Farbe. Hier werden dann die Pferde nach ihrer Zeichnung bewertet, und gerne auch als „most colorful“ bezeichnet.

Wie auch bei den Appaloosa besitzen diese Pferde eine Grundfarbe, ergänzt durch verschieden große und geformte weiße Flecken.

Besitzen die Flecken gleichmäßige, gezackelte Ränder nennt man dies „overo“. Große, gleichmäßige Ränder bezeichnet man als „tobiano“. Es gibt jedoch auch Paints die gar keine Zeichnung besitzen. In dem Fall kann man diese dann optisch nicht mehr von den Quarter Horse unterscheiden.

 

WEITERE WESTERNGERITTENE PFERDE

Obwohl Appaloosa, Paints und Quarter zu den beliebtesten Westernpferderassen gehören, gibt es noch weitaus mehr Pferderassen, die eine gute Grundvoraussetzung für eine western-basierte Ausbildung vorweisen.

Dazu gehören neben den Haflingern auch Norweger, Schwarzwälder, aber auch Warmblüter und deutsche Reitponys werden gerne als westerngerittenes Pferd ausgebildet, oder umgeschult.

Die EWU legt hier besonderen Wert auf den rasseoffenen Sport!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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